Website-Baukästen versprechen eine fertige Homepage in wenigen Minuten, und für manche Vorhaben halten sie dieses Versprechen. Wer eine Unternehmenswebsite plant, sollte aber genauer hinsehen: Was ist im Tarif wirklich enthalten, wie frei sind Sie bei Design und SEO, und was passiert, wenn Sie später wechseln wollen? Dieser Artikel zeigt, was Baukästen wie IONOS, STRATO, Jimdo oder Wix leisten, wo ihre Grenzen liegen und wann eine Agentur die bessere Wahl ist.
So funktioniert ein Website-Baukasten
Ein Website-Baukasten, auch Homepage-Baukasten oder Website-Builder genannt, ist eine Software, die Sie im Browser nutzen. Sie installieren nichts und schreiben keinen Code. Die Erstellung läuft meist so ab:
- Sie wählen einen Tarif und eine Vorlage, oder Sie lassen einen KI-Assistenten anhand einiger Fragen einen ersten Entwurf erstellen.
- Sie ersetzen Texte und Bilder, fügen Abschnitte hinzu und ordnen Elemente per Drag-and-Drop an.
- In der Vorschau prüfen Sie, wie die Seite auf Desktop und Smartphone aussieht.
- Mit einem Klick veröffentlichen Sie die Website unter Ihrer Domain.
Der Unterschied zu einem Content-Management-System wie WordPress: Beim Baukasten mieten Sie Software, Hosting und Technik als geschlossenes Paket. Der Anbieter kümmert sich um Server, Sicherheit und Updates. Dafür arbeiten Sie nur mit den Werkzeugen, die er bereitstellt. Ob Sie überhaupt selbst bauen oder bauen lassen sollten, klärt der Artikel Website selbst erstellen. Hier geht es um Baukästen im Detail.
Was Baukästen heute leisten
Die großen Anbieter haben ihre Baukästen in den letzten Jahren deutlich ausgebaut. Je nach Tarif gehören dazu:
- Vorlagen: fertige Designs für verschiedene Branchen, die sich in Farben, Schriften und Aufbau anpassen lassen.
- Editor mit Vorschau: Bearbeitung direkt auf der Seite, mit Ansicht für Smartphone und Desktop.
- Hosting, SSL und Domain: Server, verschlüsselte Verbindung und in der Regel eine Domain sind im Paket.
- E-Mail: Postfächer mit Ihrer Domain, in Anzahl und Speicher je nach Tarif begrenzt.
- KI-Unterstützung: Website-Generator, Textvorschläge, Bildgenerator und Hilfe bei Seitentitel und Beschreibung. STRATO etwa bietet laut Anbieter den KI-Textgenerator und einen KI-SEO-Assistenten ab dem Plus-Tarif an.
- SEO-Tools: Felder für Seitentitel und Beschreibung, anpassbare Adressen, teils Tools mit Handlungsempfehlungen.
- Formulare und Terminbuchung: Kontaktformulare sind Standard. Online-Terminbuchung gibt es bei IONOS und STRATO laut Anbieter ab dem Plus-Tarif.
- Support: Hilfe per Telefon, Chat oder E-Mail. IONOS nennt einen Kundenservice rund um die Uhr, bei STRATO ist die 24/7-Hotline laut Tarifübersicht optional.
Für einfache Websites ist das eine solide Ausstattung. Sie sind schnell online, die Technik ist betreut, und die Kosten pro Monat sind planbar.
Bekannte Anbieter im Überblick
Die folgende Übersicht fasst zusammen, was die Anbieter auf ihren eigenen Seiten angeben. Sie ist keine Rangliste und kein Test.
| Anbieter | Einstieg | Angaben des Anbieters (Auswahl) |
|---|---|---|
| IONOS MyWebsite Now | Kostenloser Demo-Tarif zum Testen, drei bezahlte Tarife | KI-Website-Generator, Domain im ersten Jahr kostenlos, 10, 200 oder unbegrenzt viele Unterseiten je Tarif, persönlicher Berater, 30 Tage Geld-zurück-Garantie |
| STRATO SmartWebsite | Drei bezahlte Tarife mit monatlicher oder jährlicher Laufzeit | 5, 100 oder 500 Unterseiten, eine Domain dauerhaft inklusive, Rechenzentren in Deutschland, optionaler Rechtstexte-Service einer Kanzlei |
| Jimdo | Kostenloser Tarif mit Jimdo-Subdomain, bezahlte Premium-Pakete | Geführter Einstieg, bei dem Sie einige Fragen beantworten |
| Wix | KI-Website-Builder kostenlos nutzbar | Eigene Domain und Online-Zahlungen nur mit Premiumpaket, dann Domain ein Jahr kostenlos; KI-Tools für Texte, Bilder, Abschnitte und Meta-Tags |
| Webador | Kostenloser Tarif, drei bezahlte Tarife | Domain im ersten Jahr inklusive, danach kostenpflichtig |
Alle Angaben laut Anbieter, Stand September 2026. Preise nennen wir bewusst nicht, weil sie sich häufig ändern. Prüfen Sie vor der Buchung die aktuellen Tarife und Bedingungen direkt beim Anbieter.
Unabhängige Vergleiche kommen je nach Gewichtung zu unterschiedlichen Ergebnissen. Im Baukasten-Vergleich von Für-Gründer.de (Stand 22. September 2026) etwa werden Wix und Squarespace für ihren Gestaltungsspielraum und ihre Vorlagen hervorgehoben, zugleich aber als weniger einsteigerfreundlich eingestuft. Derselbe Vergleich nennt für Squarespace einen Serverstandort außerhalb der EU. Wenn Ihnen der Speicherort Ihrer Daten wichtig ist, fragen Sie beim jeweiligen Anbieter nach.
Was ein Baukasten tatsächlich kostet
Die Monatspreise wirken niedrig, doch der Preis auf der Startseite ist nicht immer der, den Sie dauerhaft zahlen. Achten Sie auf diese Punkte:
- Aktionspreise: Viele Anbieter werben im ersten Jahr mit stark reduzierten Preisen. Danach gilt der reguläre Monatspreis, der ein Vielfaches betragen kann.
- Laufzeit: Günstige Preise gelten oft nur mit zwölf Monaten Mindestlaufzeit. Bei monatlicher Kündbarkeit sind die Preise meist höher, teils kommt eine Einrichtungsgebühr dazu.
- Tarifgrenzen: Die Zahl der Unterseiten, der Speicherplatz und die Postfächer sind je Tarif begrenzt. Wer wächst, muss hochstufen.
- Zusatzleistungen: Shop, Rechtstexte-Dienste, weitere Postfächer oder Marketing-Tools kosten je nach Anbieter extra.
Rechnen Sie deshalb immer mit dem regulären Preis über mehrere Jahre. Wie sich die Kosten einer Website insgesamt zusammensetzen, erklärt der Ratgeber Was kostet eine Website?.
Die Grenzen eines Baukastens
Die Stärken eines Baukastens, also Einfachheit und ein geschlossenes System, sind zugleich seine Grenzen. Diese sechs Punkte sollten Sie kennen, bevor Sie sich festlegen.
Das Design bleibt an die Vorlage gebunden
Sie können Farben, Schriften und Bilder anpassen, das Grundgerüst der Vorlage bleibt aber erhalten. Wer dieselbe Vorlage wählt wie ein Mitbewerber, sieht ihm ähnlich. Ungewöhnliche Layouts, eigene Seitentypen oder ein Design, das exakt Ihrem Corporate Design folgt, lassen sich oft nur eingeschränkt umsetzen.
Wenig Einfluss auf die technische SEO
Seitentitel, Beschreibungen und Adressen können Sie in den meisten Baukästen anpassen. Weniger Einfluss haben Sie auf den erzeugten Code, die Ladezeit, strukturierte Daten oder Weiterleitungsregeln. Für eine kleine Website reicht das häufig. Wer in einem umkämpften Markt bei Google vorn stehen will, stößt schneller an Grenzen. Welche technischen Werte Google misst, erklärt der Artikel zu den Core Web Vitals.
Nur die Funktionen des Anbieters
Sie nutzen die Funktionen, die der Anbieter entwickelt oder in seinem App-Markt anbietet. Eine Anbindung an Ihre Warenwirtschaft, Ihr CRM oder ein Branchenprogramm ist oft nicht vorgesehen. Auch ein Shop im Baukasten ist eher für ein kleines Sortiment gedacht als für viele Produkte mit Varianten.
Umzug: Wechseln heißt meist neu bauen
Design und Aufbau einer Baukasten-Website lassen sich in der Regel nicht in ein anderes System übertragen. Texte und Bilder können Sie mitnehmen, die Seite selbst wird neu gebaut. Klären Sie deshalb vorab, was Sie exportieren können und ob die Domain auf Ihren Namen läuft. STRATO gibt zum Beispiel an, dass Sie bei der Inklusiv-Domain als Inhaber eingetragen werden und die Domain auch bei kurzer Vertragslaufzeit Ihre eigene bleibt.
Abhängigkeit vom Anbieter
Preise, Tarife und Funktionen legt der Anbieter fest. Er kann sie ändern, Funktionen einstellen oder Bedingungen anpassen. Ihre Website läuft nur, solange Sie den Tarif bezahlen. Gegen einen Baukasten spricht das nicht. Sie sollten aber die Domain selbst kontrollieren und Texte und Bilder regelmäßig lokal sichern.
Barrierefreiheit und Datenschutz bleiben Ihre Aufgabe
Einige Anbieter werben inzwischen mit Barrierefreiheit nach WCAG 2.2. Ob Ihre fertige Website barrierearm ist, hängt aber auch von Ihnen ab: von den Kontrasten der gewählten Farben, von Alternativtexten für Bilder und von verständlichen Linktexten. Ähnlich beim Datenschutz: Serverstandort und eingebundene Dienste sind technische Fragen, die Sie beim Anbieter klären. Was daraus für Ihre Datenschutzerklärung folgt, besprechen Sie mit Ihrem Datenschutzbeauftragten oder einer Rechtsberatung.
Baukasten und Agentur im Vergleich
Beide Wege führen zu einer Website, verteilen Aufwand und Kontrolle aber sehr unterschiedlich. Die Tabelle stellt sie Kriterium für Kriterium gegenüber.
| Kriterium | Website-Baukasten | Webdesign-Agentur |
|---|---|---|
| Start | Sofort, Sie legen selbst los | Nach Erstgespräch, Angebot und Konzept |
| Kosten | Monatlicher Tarif, niedriger Einstieg | Einmaliger Projektpreis plus Hosting und Wartung |
| Ihr Aufwand | Gestaltung, Texte, Bilder und Pflege liegen bei Ihnen | Briefing, Inhalte liefern oder abstimmen, Freigaben |
| Design | Anpassbare Vorlage | Individuell aus Ihrer Marke entwickelt |
| Inhalte | Von Ihnen, auf Wunsch mit KI-Vorschlägen | Konzept und Texte auf Wunsch vom Profi |
| SEO | Grundfunktionen, begrenzte technische Kontrolle | Struktur, Technik und Inhalte für Suchbegriffe geplant |
| Funktionen | Was der Anbieter bereitstellt | Nach Bedarf, auch mit Schnittstellen |
| Technik und Ladezeit | Vom Anbieter vorgegeben | Nach Ihren Anforderungen, gezielt optimierbar |
| Barrierefreiheit | Abhängig von Vorlage und Ihren Inhalten | Kann von Anfang an eingeplant und geprüft werden |
| Support | Hotline, Chat oder E-Mail des Anbieters | Feste Ansprechpartner, die Ihr Projekt kennen |
| Umzug | An die Plattform gebunden | Bei offenen Systemen wie WordPress möglich, Rechte vertraglich klären |
| Weiterentwicklung | Innerhalb der Tarifgrenzen | Neue Seiten und Funktionen nach Bedarf |
Welcher Weg passt, hängt vom Ziel ab. Ein Baukasten genügt, wenn Sie schnell und günstig online sein wollen und mit Standardlösungen auskommen. Eine Agentur lohnt sich, wenn die Website ein Vertriebswerkzeug sein soll, das mit Ihrem Unternehmen wächst und sich klar von Mitbewerbern abhebt.
Worauf Sie bei der Auswahl eines Baukastens achten sollten
Wenn ein Baukasten für Ihr Vorhaben passt, prüfen Sie die Angebote anhand dieser Liste:
- Funktionen: Sind alle benötigten Funktionen im gewählten Tarif enthalten, etwa Formulare, Terminbuchung oder Blog?
- Unterseiten und Speicher: Reicht das Limit auch, wenn Ihr Angebot wächst?
- Preis nach der Aktion: Was kostet der Tarif ab dem zweiten Jahr?
- Laufzeit und Kündigung: Wie lange binden Sie sich, und wie kündigen Sie?
- Domain: Werden Sie als Inhaber eingetragen, und können Sie die Domain später mitnehmen?
- Export: Welche Inhalte lassen sich herunterladen, wenn Sie wechseln wollen?
- Serverstandort: Wo werden Website und Daten gespeichert?
- SEO-Einstellungen: Lassen sich Seitentitel, Beschreibung, Adressen und Weiterleitungen selbst festlegen?
- Marketing-Tools: Brauchen Sie Werkzeuge für Google-Anzeigen, Newsletter oder Brancheneinträge, und kosten sie extra?
- Support: Erreichen Sie den Service per Telefon, Chat oder E-Mail, und zu welchen Zeiten?
- Testen: Nutzen Sie eine Testphase oder Geld-zurück-Garantie, um den Editor mit echten Inhalten auszuprobieren.
Vom Baukasten zur professionellen Website wechseln
Wer mit einem Baukasten startet, merkt oft irgendwann, dass die Website mehr leisten muss. Typische Anzeichen: Anfragen bleiben aus, die Seite ist bei Google kaum sichtbar, das Design passt nicht mehr zur Marke, oder eine wichtige Funktion fehlt. Dann ist eine professionelle Website der nächste Schritt. Damit beim Wechsel nichts verloren geht, gehen Sie so vor:
Inhalte sichern
Speichern Sie Texte, Bilder, Dokumente und wichtige Formulareinträge lokal, bevor Sie etwas kündigen.
Adressen erfassen
Erstellen Sie eine Liste aller bisherigen Seitenadressen. Die neue Website bekommt meist eine andere Struktur.
Weiterleitungen planen
Jede alte Adresse sollte per 301-Weiterleitung auf die passende neue Seite zeigen. So behalten Sie Besucher und Rankings.
Domain und E-Mail umziehen
Übertragen Sie die Domain zum neuen Hoster und denken Sie an die Postfächer, damit keine E-Mails verloren gehen.
Nach dem Start prüfen
Kontrollieren Sie in der Google Search Console Fehlerseiten und Rankings. Worauf es dabei ankommt, zeigen die Artikel Relaunch und SEO und die Relaunch-Checkliste.
Wie wir einen solchen Umzug begleiten, lesen Sie unter Website-Relaunch.
Unterstützung vom Profi
Wenn die Website mehr leisten soll als eine Vorlage
Soll Ihre Website Kunden gewinnen, erstellen wir sie individuell mit WordPress oder Webflow. Nach dem kostenlosen Erstgespräch erhalten Sie innerhalb von drei Werktagen ein Festpreisangebot. Mehr dazu unter Website erstellen lassen. Sie haben bereits eine Baukasten-Website und wollen wissen, wo sie steht? Unser kostenloser Website-Check zeigt es Ihnen.
Häufige Fragen
Ist ein Website-Baukasten für Unternehmen geeignet?
Für eine einfache Präsenz mit wenigen Seiten ja, etwa für Solo-Selbstständige, Vereine oder zum Testen einer Idee. Soll die Website regelmäßig Anfragen bringen, sich deutlich von Mitbewerbern abheben oder mit Ihrer Software zusammenarbeiten, stoßen Baukästen schnell an Grenzen.
Kann ich mit einem Baukasten bei Google gut gefunden werden?
Grundsätzlich ja. Seitentitel, Beschreibungen und Adressen lassen sich in den meisten Baukästen einstellen. Gefunden werden Sie vor allem über gute Inhalte und eine klare Struktur. Weniger Einfluss haben Sie auf Code, Ladezeit und strukturierte Daten, was in umkämpften Märkten ein Nachteil sein kann.
Kann ich meine Baukasten-Website zu WordPress umziehen?
Nicht automatisch. Texte und Bilder übernehmen Sie, die Seite selbst wird in WordPress neu aufgebaut. Wichtig sind eine Liste aller alten Adressen und 301-Weiterleitungen, damit Rankings erhalten bleiben.
Was passiert mit meiner Domain, wenn ich den Baukasten kündige?
Das hängt davon ab, wer als Inhaber eingetragen ist und was der Anbieter in seinen Bedingungen regelt. Sind Sie Inhaber, können Sie die Domain in der Regel zu einem anderen Anbieter umziehen. Klären Sie das am besten schon bei der Buchung.
Welcher Website-Baukasten ist der beste?
Einen besten Baukasten für alle gibt es nicht. Es kommt auf Ihre Anforderungen an: Funktionen, Gestaltungsspielraum, Support, Serverstandort und Preis nach der Aktionsphase. Testen Sie zwei Anbieter mit echten Inhalten, bevor Sie sich für eine längere Laufzeit entscheiden.






