Website gehackt? Die ersten drei Schritte
- Nichts löschen. Spuren zeigen, wie der Angreifer hereingekommen ist.
- Passwörter ändern für WordPress, Hosting, FTP und Datenbank, von einem sauberen Gerät aus.
- Hilfe holen. Wir analysieren den Angriff, bereinigen die Website und schließen die Lücke.
Wie sicher ist WordPress?
Der WordPress-Kern selbst ist gut gepflegt, ein eigenes Sicherheitsteam reagiert schnell auf neue Lücken. Die Schwachstellen liegen fast immer woanders: in veralteten Plugins und Themes, in schwachen Passwörtern und in schlecht konfigurierten Servern. Weil WordPress so verbreitet ist, suchen Bots rund um die Uhr nach genau diesen Schwachstellen. Ins Visier gerät dabei jede Website mit einer bekannten Lücke, ganz gleich, wem sie gehört.
| Angriffsweg | Was passiert | Gegenmaßnahme |
|---|---|---|
| Veraltete Plugins | Bekannte Sicherheitslücken werden automatisiert ausgenutzt | Zeitnahe Updates, ungenutzte Plugins löschen |
| Brute-Force auf den Login | Tausende Passwortversuche pro Stunde | Starke Passwörter, 2FA, Login-Limit |
| Nulled Themes | Raubkopierte Premium-Themes enthalten Schadcode | Nur Software aus seriösen Quellen |
| Veraltetes PHP | Server-Software ohne Sicherheitsupdates | Aktuelle, unterstützte PHP-Version |
| Offene Schnittstellen | XML-RPC und REST-API verraten Benutzernamen | Nicht benötigte Schnittstellen einschränken |
Mit einer übernommenen Website machen Hacker fast immer dasselbe: Sie verstecken Spam-Links für fremde Shops, leiten Besucher auf betrügerische Seiten um, verschicken über Ihren Server Spam-Mails oder legen Phishing-Seiten in Ihren Verzeichnissen ab. Für Sie bedeutet das Warnungen bei Google, gesperrte E-Mail-Adressen und im schlimmsten Fall abgeflossene Kundendaten. Weil sich das für Angreifer lohnt, suchen ihre Programme bekannte Sicherheitslücken oft schon wenige Stunden nach der Veröffentlichung.
WordPress-Sicherheit in 15 Minuten prüfen
Mit dieser Checkliste bekommen Sie schnell ein Gefühl dafür, wie es um Ihre Installation steht. Sie brauchen nur einen Administrator-Zugang und den Zugang zu Ihrem Hosting.
Updates prüfen
Unter Dashboard, Aktualisierungen: Stehen Updates für WordPress, Plugins oder Themes aus? Alles, was älter als ein paar Tage ist, ist ein Risiko.
Plugins und Themes durchsehen
Gibt es deaktivierte Plugins oder ungenutzte Themes? Wurde ein Plugin seit über einem Jahr nicht mehr vom Entwickler aktualisiert? Beides sind Kandidaten zum Löschen oder Ersetzen.
Benutzer kontrollieren
Unter Benutzer nach Rolle filtern: Kennen Sie jeden Administrator? Gibt es Konten ehemaliger Mitarbeiter oder Dienstleister?
Website-Zustand öffnen
Unter Werkzeuge, Website-Zustand zeigt WordPress selbst Hinweise zu PHP-Version, HTTPS und veralteten Komponenten.
SSL und Weiterleitung testen
Rufen Sie Ihre Adresse mit http:// auf. Sie sollten automatisch auf https:// landen, ohne Warnung im Browser.
Backups kontrollieren
Wann wurde die letzte Sicherung erstellt, wo liegt sie und wurde eine Wiederherstellung schon einmal getestet?
Search Console ansehen
Der Bericht Sicherheitsprobleme in der Google Search Console meldet, wenn Google Schadcode oder gehackte Inhalte gefunden hat.
Wenn Sie bei zwei oder mehr Punkten unsicher sind, lohnt sich ein genauerer Blick durch einen Profi.
Die wichtigsten Maßnahmen für mehr WordPress-Sicherheit
Diese zehn Punkte schützen vor dem Großteil aller Angriffe. Die ersten fünf können Sie heute selbst umsetzen.
1. Updates regelmäßig einspielen
WordPress, Plugins und Themes aktuell halten ist die wirksamste Einzelmaßnahme. Sicherheitsupdates gehören innerhalb weniger Tage installiert, vorher mit Backup.
2. Starke Passwörter und Zwei-Faktor-Anmeldung
Jedes Benutzerkonto bekommt ein langes, einzigartiges Passwort aus einem Passwortmanager. Administratoren nutzen zusätzlich 2FA per App.
3. Benutzer und Rechte aufräumen
Verzichten Sie auf ein Konto namens „admin“ und löschen Sie alte Zugänge ehemaliger Dienstleister. Jeder bekommt nur die Rechte, die er wirklich braucht.
4. Ungenutzte Plugins und Themes löschen
Auch deaktivierte Plugins können angreifbar sein. Was nicht gebraucht wird, wird entfernt.
5. SSL-Verschlüsselung durchgängig nutzen
Die gesamte Website läuft über HTTPS, auch der Login-Bereich. Dafür reicht ein kostenloses Zertifikat aus.
6. Login-Versuche begrenzen
Nach wenigen Fehlversuchen wird die IP-Adresse gesperrt. Das stoppt Brute-Force-Angriffe fast vollständig.
7. Backups außerhalb des Servers
Die Sicherungen laufen täglich und automatisch auf einen getrennten Speicher. Nur so sind Sie auch bei einem kompromittierten Server abgesichert.
8. Dateirechte und Konfiguration härten
Den Dateieditor im Backend abschalten, die wp-config.php schützen, Dateirechte korrekt setzen und Sicherheits-Header wie Content-Security-Policy aktivieren.
9. Aktuelle PHP-Version und gutes Hosting
Ein Hoster mit aktueller Server-Software, Firewall und Malware-Scan nimmt Ihnen viel Arbeit ab.
10. Überwachung und Protokolle
Ein Monitoring meldet geänderte Dateien, verdächtige Logins und Ausfälle. So wird ein Angriff in Minuten entdeckt statt in Monaten.
Reicht ein Security-Plugin?
Plugins wie Wordfence oder Solid Security sind eine sinnvolle Ergänzung, ersetzen aber keine Updates und kein sauberes Hosting. Außerdem muss jemand die Warnungen lesen und darauf reagieren.
Security-Plugins im Vergleich
Die bekanntesten Security-Plugins für WordPress verfolgen unterschiedliche Ansätze. Keines ist für jede Website das richtige. Die folgende Übersicht fasst allgemein bekannte Stärken und Schwächen zusammen, wir erhalten für keine dieser Empfehlungen eine Provision.
| Plugin | Stärken | Schwächen |
|---|---|---|
| Wordfence | Firewall direkt auf der Website, Malware-Scan der Dateien, Login-Schutz mit 2FA | Kann auf schwachem Hosting Last erzeugen, neue Firewall-Regeln in der kostenlosen Version mit Verzögerung |
| Solid Security | Viele Härtungs-Einstellungen, Brute-Force-Schutz, 2FA, übersichtliche Einrichtung | Schwerpunkt auf Härtung, weniger auf tiefer Malware-Analyse, einige Funktionen nur in der Pro-Version |
| Sucuri Security | Protokoll von Aktivitäten, Prüfung der Kerndateien, externer Malware-Scan | Die Cloud-Firewall und die Bereinigung sind kostenpflichtig, der externe Scan sieht nur öffentliche Seiten |
| All-In-One Security | Kostenlos mit vielen Funktionen: Login-Sperre, Firewall-Regeln, Dateiänderungserkennung | Sehr viele Optionen, falsche Einstellungen können Sie aussperren oder Funktionen blockieren |
Wichtiger als die Wahl des Plugins ist, dass nur eines davon aktiv ist. Zwei Security-Plugins gleichzeitig behindern sich oft gegenseitig und machen Fehler schwer auffindbar. Auf Server-Ebene beim Hosting lassen sich viele Schutzfunktionen besser umsetzen als in PHP innerhalb von WordPress.
wp-config.php und .htaccess härten
Einige der wirksamsten Einstellungen brauchen kein Plugin. Sie stehen in zwei Dateien: der wp-config.php im Hauptverzeichnis und der .htaccess auf Apache-Servern. Legen Sie vor jeder Änderung eine Sicherung beider Dateien an. Ein Tippfehler kann die ganze Seite lahmlegen.
Einstellungen in der wp-config.php
// Datei-Editor im Backend abschalten
define( 'DISALLOW_FILE_EDIT', true );
// Login und Backend nur über HTTPS
define( 'FORCE_SSL_ADMIN', true );
// Fehlermeldungen auf der Live-Seite nicht anzeigen
define( 'WP_DEBUG', false );
DISALLOW_FILE_EDIT verhindert, dass jemand mit gestohlenem Admin-Passwort direkt im Backend Schadcode in Theme- oder Plugin-Dateien schreibt. Prüfen Sie außerdem, ob die Sicherheitsschlüssel (Salts) gesetzt sind. Neue Schlüssel melden alle Benutzer ab, das ist nach einem Hack sinnvoll. Ein eigenes Tabellenpräfix statt wp_ ist bei neuen Installationen eine kleine Zusatzhürde.
Regeln in der .htaccess
# wp-config.php vor Zugriff von außen schützen
<Files wp-config.php>
Require all denied
</Files>
# Verzeichnisinhalte nicht auflisten
Options -Indexes
Zusätzlich sinnvoll: Im Ordner wp-content/uploads die Ausführung von PHP-Dateien verbieten, denn dort gehören nur Bilder und Dokumente hin. Dateirechte setzen Sie in der Regel auf 644 für Dateien und 755 für Ordner, die wp-config.php restriktiver. Läuft Ihr Hosting auf Nginx statt Apache, werden diese Regeln in der Server-Konfiguration hinterlegt.
Benutzerrollen in WordPress richtig vergeben
Jedes Konto mit zu vielen Rechten ist ein zusätzliches Einfallstor. WordPress bringt fünf Standardrollen mit. Vergeben Sie immer die kleinste Rolle, mit der die Person ihre Aufgabe erledigen kann.
| Rolle | Darf | Geeignet für |
|---|---|---|
| Administrator | Alles: Plugins, Themes, Benutzer, Einstellungen | Eine bis zwei verantwortliche Personen |
| Redakteur | Alle Beiträge und Seiten bearbeiten und veröffentlichen | Marketing, Pflege der Inhalte |
| Autor | Eigene Beiträge schreiben und veröffentlichen | Regelmäßige Autoren im Blog |
| Mitarbeiter | Eigene Beiträge schreiben, aber nicht veröffentlichen | Gastautoren, Auszubildende |
| Abonnent | Nur das eigene Profil verwalten | Registrierte Leser, Mitgliederbereiche |
Shop- und Formular-Plugins fügen oft eigene Rollen hinzu, etwa für Kunden oder Shop-Manager. Prüfen Sie auch diese regelmäßig.
Sicherheits-Header schützen auf Browser-Ebene
HTTP-Header sagen dem Browser, wie er mit Ihrer Website umgehen soll. Sie werden auf dem Server oder über das Hosting gesetzt und schützen Besucher vor bestimmten Angriffen:
- Strict-Transport-Security (HSTS): Der Browser ruft Ihre Seite nur noch verschlüsselt auf. Setzt ein funktionierendes SSL-Zertifikat voraus.
- Content-Security-Policy (CSP): Legt fest, von welchen Quellen Skripte, Schriften und Bilder geladen werden dürfen. Erschwert eingeschleusten Code deutlich, muss aber sorgfältig getestet werden.
- X-Frame-Options: Verhindert, dass Ihre Seite unsichtbar in fremde Seiten eingebettet wird (Clickjacking).
- X-Content-Type-Options: Mit dem Wert nosniff interpretiert der Browser Dateien nur als den angegebenen Typ.
WordPress gehackt? Das sollten Sie jetzt tun
Anzeichen für einen Hack sind unerwartete Weiterleitungen, fremde Links oder Werbung, unbekannte Benutzerkonten, Warnungen von Google oder eine plötzlich sehr langsame Website. Bewahren Sie Ruhe und gehen Sie so vor:
- Nichts löschen: Spuren helfen bei der Analyse, wie der Angreifer hereingekommen ist.
- Passwörter ändern: WordPress-Admins, Hosting, FTP, Datenbank, von einem sauberen Gerät aus.
- Hoster informieren: Viele Anbieter haben Malware-Scans und können die Seite vorübergehend sperren.
- Backup prüfen: Gibt es eine Sicherung von vor dem Angriff? Diese nicht blind einspielen, die Lücke bleibt sonst offen.
- Profi hinzuziehen: Schadcode versteckt sich oft an mehreren Stellen. Eine gründliche Bereinigung verhindert, dass der Angreifer zurückkommt.
- Datenschutz beachten: Wurden personenbezogene Daten abgegriffen, kann eine Meldung an die Datenschutzbehörde innerhalb von 72 Stunden nötig sein. Klären Sie das sofort mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
Soforthilfe bei gehackten WordPress-Seiten
Wir analysieren den Angriff, bereinigen Ihre Website, schließen die Lücke und härten die Installation. In den meisten Fällen ist Ihre Seite innerhalb eines Werktags wieder sauber online.
02452 / 68 74 116 anrufenTechnische Fakten für den Datenschutz nach einem Hack
Wurde Ihre WordPress-Seite gehackt, geht es oft nicht nur um Technik. Hatten Angreifer Zugriff auf Formulareinträge, Kundenkonten im Shop oder E-Mail-Adressen aus dem Newsletter, sind personenbezogene Daten betroffen. Informieren Sie dann sofort Ihren Datenschutzbeauftragten oder Ihre Rechtsberatung. Die rechtliche Bewertung liegt dort, die technischen Fakten liefern wir:
- Zeitraum: wann der Angriff begann und wann die Lücke geschlossen wurde
- Betroffene Daten: welche Dateien, Datenbanktabellen und Formulardaten erreichbar waren
- Ursache: über welche Lücke die Angreifer eingedrungen sind
- Maßnahmen: was wir bereinigt, geändert und abgesichert haben, mit Protokoll
Diese Seite ersetzt keine Rechtsberatung.
Unsere Security-Leistungen
Für WordPress-Sicherheit ist bei uns Ertan Attay verantwortlich. Er prüft jede Website, die wir bauen, vor dem Livegang und betreut die Installationen unserer Wartungskunden.
- Security-Audit: Prüfung Ihrer Installation, Plugins, Benutzer, Server und Konfiguration mit schriftlichem Bericht
- Härtung: Umsetzung der Empfehlungen aus dem Audit, ohne dass die Funktion leidet
- Hack-Bereinigung: Malware entfernen, Ursache finden, Google-Warnungen aufheben lassen
- Laufender Schutz: Monitoring und Updates in unserer WordPress-Wartung
Häufige Fragen zur WordPress-Sicherheit
Warum wird gerade meine kleine Website angegriffen?
Weil Angriffe automatisiert ablaufen. Bots durchsuchen Millionen Seiten nach bekannten Lücken. Gehackte Seiten werden dann für Spam, Phishing oder Weiterleitungen genutzt, unabhängig von ihrer Größe.
Wie erkenne ich, ob meine WordPress-Seite gehackt wurde?
Typisch sind unbekannte Admin-Konten, merkwürdige Weiterleitungen auf dem Smartphone, fremde Links im Quelltext, Warnungen in der Google Search Console oder E-Mails Ihres Hosters. Manche Hacks sind unsichtbar, deshalb ist Monitoring wichtig.
Was kostet die Bereinigung einer gehackten Website?
Das hängt davon ab, wie tief der Schadcode steckt und wie viele Dateien und Datenbankeinträge betroffen sind. Nach einer ersten Analyse nennen wir Ihnen einen festen Preis, bevor wir mit der Bereinigung beginnen. Für Kunden mit Business- oder Shop-Wartung ist die Bereinigung inklusive.
Ist WordPress unsicherer als andere Systeme?
Nein. WordPress wird wegen seiner Verbreitung häufiger angegriffen, ist bei guter Pflege aber genauso sicher wie andere Content-Management-Systeme.
Wie oft sollten Updates eingespielt werden?
Sicherheitsupdates innerhalb weniger Tage, bei kritischen Lücken am selben Tag. Normale Updates für Plugins und Themes mindestens einmal pro Woche, immer mit vorherigem Backup und kurzem Funktionstest danach.
Reicht ein Backup beim Hoster aus?
Als einzige Sicherung nicht. Liegt das Backup auf demselben Server, kann es bei einem Angriff oder Serverausfall mit betroffen sein. Sinnvoll ist eine zweite, automatische Sicherung an einem getrennten Speicherort, die regelmäßig auf Wiederherstellung getestet wird.
Muss ich nach einem Hack WordPress komplett neu installieren?
Nicht immer. Oft genügt es, WordPress-Kern, Plugins und Themes durch saubere Originaldateien zu ersetzen, Datenbank und Uploads gezielt zu bereinigen und alle Passwörter zu ändern. Dabei muss vor allem die ursprüngliche Lücke gefunden werden. Sonst ist die Seite nach kurzer Zeit wieder gehackt.
Wie schütze ich den WordPress-Login?
Mit einem langen, einzigartigen Passwort, einer Zwei-Faktor-Anmeldung und einer Begrenzung der Anmeldeversuche. Zusätzlich hilft es, den Benutzernamen „admin“ zu vermeiden und die Anmeldeseite per Serverregel oder Plugin vor automatisierten Angriffen abzuschirmen. Wer nur gelegentlich Inhalte pflegt, braucht außerdem keine Administratorrechte.
Welche Sicherheits-Plugins braucht WordPress?
Oft weniger, als viele denken. Ein bewährtes Security-Plugin für Firewall, Login-Schutz und Dateiüberwachung reicht in der Regel aus, mehrere Plugins mit denselben Aufgaben behindern sich eher gegenseitig. Wichtiger als jedes Plugin sind Updates, Backups und eine saubere Serverkonfiguration. Einen Vergleich finden Sie im Abschnitt Security-Plugins.
Wie hacken Angreifer eine WordPress-Seite?
Fast immer automatisiert: Programme durchsuchen das Netz nach Websites mit bekannten Lücken in veralteten Plugins oder Themes und probieren massenhaft Passwörter am Login aus. Gezielte Angriffe auf eine einzelne kleine Website sind selten. Wer Updates zeitnah einspielt, starke Passwörter nutzt und ungenutzte Plugins löscht, schließt die meisten dieser Wege.


