Webflow und WordPress stehen oft gemeinsam auf der Liste, wenn eine neue Website ansteht. Mit beiden Systemen lassen sich schöne, schnelle und gut auffindbare Websites bauen. Sie verfolgen aber grundverschiedene Ansätze: WordPress ist offene Software, die Sie selbst betreiben. Webflow ist eine Plattform, die Gestaltung, Inhalte und Hosting aus einer Hand liefert. Wir bieten beide Systeme an und zeigen hier sachlich, worin sie sich unterscheiden und welches für welchen Fall passt.
Webflow vs WordPress in Kürze
- WordPress: kostenlose Open-Source-Software, frei wählbares Hosting, zehntausende Plugins und Themes. Dafür brauchen Sie regelmäßige Wartung.
- Webflow: kommerzielle All-in-one-Plattform mit visuellem Designer, CMS und Hosting. Keine Plugin-Updates, dafür monatliche Tarife und eine Bindung an die Plattform.
- Faustregel: Webflow für Marketing-Websites, die ein Team ohne Entwickler oft ändert. WordPress für Shops, Schnittstellen, Mitgliederbereiche und immer dann, wenn Sie volle Kontrolle über Hosting und Code wollen.
Open Source gegen Plattform
WordPress ist ein Content-Management-System, das seit 2003 als Open-Source-Software entwickelt wird. Sie laden es kostenlos herunter, installieren es bei einem Hoster Ihrer Wahl und erweitern es mit einem Theme für das Design und mit Plugins für zusätzliche Funktionen. Code und Daten gehören Ihnen, ein Umzug zu einem anderen Hoster ist jederzeit möglich. Die Kehrseite: Für Updates, Backups und Sicherheit sind Sie selbst verantwortlich oder beauftragen jemanden damit.
Webflow ist eine kommerzielle Software des US-Unternehmens Webflow Inc., am Markt seit 2013. Sie gestalten Seiten in einem visuellen Designer, der im Hintergrund HTML und CSS erzeugt, pflegen Inhalte im eingebauten CMS und veröffentlichen auf dem Hosting von Webflow. Server, Sicherheitsupdates und SSL-Zertifikat übernimmt der Anbieter. Dafür zahlen Sie laufende Tarife und arbeiten innerhalb der Möglichkeiten, die die Plattform bietet. Eine ausführliche Einführung finden Sie im Artikel Was ist Webflow?
Der Vergleich in der Übersicht
| Kriterium | Webflow | WordPress |
|---|---|---|
| Pflege der Inhalte | Direkt auf der Seite im Bearbeitungsmodus, Layout geschützt | Im Backend mit dem Block-Editor, Bedienung abhängig von Theme und Page-Builder |
| Design | Visueller Designer mit voller Kontrolle über Layout, Klassen und Animationen | Über das Theme, mit eigenem Theme ebenso frei |
| Plugins und Erweiterungen | Keine Plugins, Zusatzfunktionen über Apps, externe Dienste und eigenen Code | Zehntausende Plugins, dazu eigene Entwicklung ohne feste Grenzen |
| Hosting | Bei Webflow enthalten, Standort nicht wählbar | Frei wählbar, zum Beispiel auf Servern in Deutschland |
| Updates und Sicherheit | Übernimmt Webflow | Aufgabe des Betreibers oder seines Dienstleisters |
| SEO | Wichtige Einstellungen eingebaut, manches per Custom Code | Mit SEO-Plugins sehr umfangreich |
| Onlineshop | Für kleinere Sortimente, Artikelzahl je Tarif begrenzt | Mit WooCommerce auch für große Shops |
| Kosten | Monatlicher Site-Plan, bei Bedarf Workspace, Zugänge und Add-ons | Hosting, Lizenzen für Themes und Plugins, Wartung |
| Support | E-Mail-Support von Webflow, Hilfecenter, Webflow University | Große Community, Dienstleister, kein zentraler Hersteller-Support |
| Abhängigkeit | An Plattform, Funktionen und Preise von Webflow gebunden | Keine Bindung an einen Anbieter, Code und Daten gehören Ihnen |
| Export | Code-Export mit kostenpflichtigem Workspace-Plan, CMS und Formulare nur eingeschränkt | Vollständiger Umzug zu jedem Hoster möglich |
Die Tabelle zeigt Tendenzen. Wie gut eine Website am Ende wird, hängt mehr von Konzept und Umsetzung ab als vom System. Die einzelnen Punkte im Detail:
Wer pflegt im Alltag was?
In Webflow ändern Redakteure Texte und Bilder direkt auf der Seite, im sogenannten Bearbeitungsmodus (Edit Mode). Blogartikel, Referenzen oder Stellenanzeigen legen sie als Einträge im CMS an. Das Layout bleibt dabei geschützt: Wer nur Inhalte pflegt, kann das Design nicht versehentlich verändern. Über Rollen und Rechte lässt sich steuern, wer was bearbeiten darf. Für große Organisationen bietet Webflow mit Enterprise einen eigenen Tarif mit feineren Berechtigungen und individuellen Vereinbarungen. Zusätzliche eigene Zugänge für Ihr Team kosten bei Webflow extra. Für reine Inhaltspflege genügt ein eingeschränkter Zugang, wer gestaltet, braucht einen vollen. Die aktuellen Preise nennt Webflow auf seiner Preisseite.
In WordPress arbeiten Redakteure im Backend, meist mit dem Block-Editor. Wie komfortabel und sicher das ist, hängt stark vom Aufbau ab. Mit einem Page-Builder können Redakteure viel verändern, aber auch viel kaputt machen. Ein eigenes Theme mit fest definierten Blöcken schützt die Pflege dagegen ähnlich gut wie Webflow. So bauen wir WordPress-Websites: mit eigenem Theme, ohne Page-Builder. Beliebig viele Benutzerkonten mit abgestuften Rechten sind in WordPress ohne Zusatzkosten möglich.
Design und Umsetzung
Der Webflow Designer arbeitet mit denselben Konzepten wie handgeschriebenes CSS: Box-Modell, Flexbox, Grid, Klassen, Haltepunkte für Tablet und Smartphone. Dazu kommen Interaktionen und Animationen, etwa beim Scrollen oder beim Überfahren mit der Maus. Wer diese Konzepte kennt, setzt Entwürfe sehr genau um. Für Laien ist der Designer dagegen kein einfacher Baukasten, die Lernkurve ist spürbar.
WordPress bekommt sein Aussehen über ein Theme. Ein gekauftes Theme ist schnell eingerichtet, bringt aber oft viele Funktionen mit, die Sie nicht brauchen, und grenzt die Gestaltung ein. Ein eigenes Theme bietet dieselbe Freiheit wie Webflow, erfordert aber Entwicklung in PHP, HTML und CSS. Der Unterschied liegt also weniger in der möglichen Gestaltung als darin, wer das Layout später selbst weiterentwickeln kann.
Plugins, Apps und Schnittstellen
Die größte Stärke von WordPress sind die Erweiterungen. Für nahezu jede Aufgabe gibt es Plugins, und was fehlt, lässt sich individuell entwickeln: Buchungssysteme, Mitgliederbereiche, Schnittstellen zu Warenwirtschaft oder CRM. Dafür ist jedes Plugin ein eigenes Stück Software mit eigenen Updates, möglichen Konflikten und Sicherheitslücken. Welche Erweiterungen sinnvoll sind, lesen Sie im Artikel zu WordPress-Plugins.
Webflow verzichtet auf Plugins. Formulare, CMS, SEO-Einstellungen und Hosting sind eingebaut. Zusätzliche Funktionen kommen über Apps aus dem Marktplatz von Webflow, über eingebetteten Code oder über externe Tools, etwa für Newsletter, Terminbuchung oder Analyse. Für Inhalte aus dem CMS gibt es eine Programmierschnittstelle (API). Die Grenzen zeigen sich bei komplexer Logik: Eine eingebaute Funktion für Benutzerkonten hat Webflow Anfang 2026 eingestellt. Mitgliederbereiche, Kundenportale oder geschützte Inhalte brauchen seitdem externe Werkzeuge. Auch tiefe Anbindungen an Warenwirtschaft oder Buchungssysteme sind in WordPress in der Regel einfacher umzusetzen.
Hosting, Sicherheit und Wartung
Bei Webflow ist das Hosting Teil des Tarifs. Laut Webflow werden die Websites über die Content Delivery Networks von Amazon CloudFront und Fastly ausgeliefert und skalieren bei hohem Besucheraufkommen automatisch. SSL-Zertifikat, Sicherheitsupdates und Sicherungen übernimmt die Plattform, sodass Sie sich um keine Updates kümmern müssen. Den Serverstandort können Sie allerdings nicht frei wählen. Ob das zu Ihren Anforderungen an den Datenschutz passt, klären Sie am besten mit Ihrem Datenschutzbeauftragten.
Bei WordPress wählen Sie das Hosting selbst, zum Beispiel ein WordPress-Hosting auf Servern in Deutschland. Dafür liegt die Verantwortung für Core-, Plugin- und Theme-Updates, Backups, Security-Maßnahmen und Überwachung bei Ihnen. Wer das nicht selbst übernehmen will, gibt diese Aufgabe an einen Dienstleister ab. Was ein guter Vertrag dafür regeln sollte, steht im Artikel zum WordPress Wartungsvertrag. Die Performance hängt bei WordPress stark von Hosting, Theme und Plugins ab, bei Webflow vor allem von Bildern, Schriften und eingebundenen Skripten.
SEO: Beide Systeme können ranken
Webflow bringt die wichtigsten SEO-Einstellungen ohne Zusatzsoftware mit: Seitentitel und Beschreibungen für jede Seite und jeden CMS-Eintrag, eigene URLs, 301-Weiterleitungen, eine automatische Sitemap, eine bearbeitbare robots.txt und Alternativtexte für Bilder. Einiges, etwa strukturierte Daten oder ein Canonical-Tag für einzelne Seiten, setzen Sie per Custom Code. Wie das geht, zeigt der Artikel zu Webflow SEO.
WordPress erreicht denselben Stand mit SEO-Plugins wie Yoast SEO oder Rank Math, die sehr weitreichende Einstellungen bieten. Dazu kommt voller Zugriff auf Code und Server. Mehr dazu im Artikel zu WordPress SEO. Für das Ranking zählen Struktur, Inhalte und Suchbegriffe mehr als das System. Darum kümmern wir uns in der Suchmaschinenoptimierung unabhängig vom System.
Onlineshop
Webflow bietet eigene E-Commerce-Tarife. Die Zahl der Artikel ist je Tarif begrenzt, im kleinsten Shop-Tarif namens Standard fällt laut Webflow zusätzlich eine Transaktionsgebühr an. Für ein überschaubares Sortiment ohne komplexe Varianten kann das reichen. Für größere Shops mit vielen Produkten, Varianten, Anbindung an Warenwirtschaft und einer großen Auswahl an Zahlungsarten ist WordPress mit WooCommerce die flexiblere Lösung. Mehr dazu unter Onlineshop erstellen lassen.
Kostenposten im Vergleich
Welches System günstiger ist, lässt sich nicht pauschal sagen. Die Kosten entstehen an verschiedenen Stellen:
| Kostenfaktor | Webflow | WordPress |
|---|---|---|
| Software | Im Tarif enthalten | Kostenlos |
| Hosting | Site-Plan pro Website, abgerechnet in US-Dollar | Hosting-Tarif nach Wahl |
| Erweiterungen | Add-ons und externe Dienste | Lizenzen für Premium-Plugins und Themes |
| Team-Zugänge | Zusätzliche Plätze kosten extra | Benutzerkonten ohne Zusatzkosten |
| Wartung | Gering, Updates übernimmt Webflow | Regelmäßig, selbst oder per Vertrag |
| Umsetzung | Abhängig von Umfang, Design und CMS-Aufbau | Abhängig von Umfang, Design und Funktionen |
Bei Webflow brauchen Sie für jede veröffentlichte Website einen Site-Plan. Er enthält Hosting und die Verbindung zur eigenen Domain, ein vollwertiges CMS für Blog oder Referenzen enthält laut Webflow erst der Premium-Plan. Weitere Kosten entstehen vor allem, wenn mehrere Personen eigene Zugänge brauchen oder Sie Add-ons buchen. Für einen Export des Codes ist zusätzlich ein kostenpflichtiger Workspace-Plan nötig. Die Domain und E-Mail-Postfächer laufen meist weiter bei Ihrem bisherigen Anbieter. Die aktuellen Listenpreise finden Sie auf der Preisseite von Webflow.
Bei WordPress ist die Software kostenlos, eine Website zu betreiben aber nicht. Hosting, Domain, Lizenzen für Premium-Themes und Plugins sowie die Wartung sind laufende Posten. Rechnen Sie deshalb die Kosten über mehrere Jahre zusammen und vergleichen Sie nicht nur den Einstieg. Einen Überblick über alle Posten gibt der Artikel Was kostet eine Website?
Abhängigkeit und Export
Dieser Punkt wird bei der Entscheidung oft unterschätzt. Eine WordPress-Website können Sie mit allen Daten zu jedem Hoster umziehen. Theme, Plugins und Inhalte bleiben erhalten, niemand kann Ihnen den Betrieb kündigen.
Bei Webflow ist die Website an die Plattform gebunden. Laut Webflow ist ein Export des Codes mit den kostenpflichtigen Workspace-Plänen möglich. Inhalte aus dem CMS müssen dabei je Sammlung einzeln exportiert werden, und Formulare funktionieren nach dem Export nicht mehr. Exportierten Code können Sie nicht wieder in Webflow importieren. Endet der Site-Plan, ist die Website unter Ihrer Domain nicht mehr erreichbar. Auch Funktionen und Preise legt Webflow fest: Die Tarife wurden in der Vergangenheit mehrfach umgestellt, und die Benutzerkonten wurden Anfang 2026 eingestellt. Ein späterer Wechsel zurück zu WordPress ist möglich, bedeutet aber einen Neuaufbau des Designs.
Unsere Empfehlung je Einsatzfall
Keines der beiden Systeme ist grundsätzlich besser. Diese Übersicht hilft bei der Entscheidung:
| Ihre Situation | Empfehlung | Warum |
|---|---|---|
| Marketing ändert oft Inhalte und baut Landingpages selbst | Webflow | Neue Seiten aus fertigen Bausteinen, ohne Entwickler und ohne Plugin-Pflege |
| Unternehmenswebsite mit Blog, Referenzen und Jobs, wenig Sonderfunktionen | Beide geeignet | Entscheidend sind Pflegeaufwand, Team und laufende Kosten |
| Onlineshop mit vielen Produkten oder Varianten | WordPress | WooCommerce ist flexibler und ohne Artikelgrenzen je Tarif |
| Schnittstellen zu Warenwirtschaft, CRM oder Buchungssystem | WordPress | Eigene Entwicklung und Plugins ohne Plattformgrenzen |
| Mitgliederbereich oder Kundenportal | WordPress | In Webflow nur mit externen Werkzeugen möglich |
| Hosting in Deutschland und volle Kontrolle über Daten und Code | WordPress | Hosting frei wählbar, kein Plattformzwang |
| Niemand im Team soll sich um Technik und Updates kümmern | Webflow | Updates, Hosting und Sicherheit übernimmt die Plattform |
| Bestehende WordPress-Website läuft gut, nur die Updates nerven | WordPress behalten | Ein Wartungsvertrag ist meist einfacher als ein Systemwechsel |
Wenn Sie bereits eine WordPress-Website haben, lohnt ein Wechsel vor allem dann, wenn bereits ein Relaunch ansteht und Ihr Team Inhalte häufiger und selbstständiger pflegen soll. Wie ein Umzug abläuft, erklärt der Artikel Von WordPress zu Webflow. Damit Rankings erhalten bleiben, braucht jede alte Adresse eine 301-Weiterleitung.
Webflow oder WordPress? Wir beraten ohne Systemvorliebe
Wir entwickeln WordPress-Websites mit eigenem Theme und bieten Webflow als zweites System an. Im kostenlosen Erstgespräch klären wir, welches System zu Ihren Zielen, Ihrem Team und Ihrem Budget passt. Preis auf Anfrage: Innerhalb von drei Werktagen nach dem Gespräch erhalten Sie ein Festpreisangebot. Mehr zu den Leistungen finden Sie auf den Seiten Webflow-Agentur und WordPress-Agentur.
Häufige Fragen
Ist Webflow besser als WordPress?
Nicht grundsätzlich. Webflow ist stark, wenn ein Team ohne Entwickler Inhalte und Landingpages oft selbst ändert und keine Wartung betreiben will. WordPress ist stärker bei Shops, Schnittstellen, Mitgliederbereichen und wenn Sie Hosting und Code selbst kontrollieren möchten.
Ist Webflow oder WordPress besser für SEO?
Beide Systeme bieten alles, was für gute Rankings nötig ist. Webflow hat die wichtigsten Einstellungen eingebaut, WordPress erreicht dasselbe mit SEO-Plugins. Den Unterschied machen Struktur, Inhalte, Suchbegriffe und Ladezeit.
Ist Webflow teurer als WordPress?
Das hängt vom Projekt ab. Bei Webflow zahlen Sie einen monatlichen Tarif, sparen aber weitgehend die Wartung. WordPress selbst ist kostenlos, dafür kommen Hosting, Lizenzen und Wartung dazu. Vergleichen Sie die Gesamtkosten über mehrere Jahre.
Braucht eine Webflow-Website keine Wartung?
Technische Updates übernimmt Webflow, Plugins gibt es keine. Inhalte, Suchbegriffe, Ladezeit und eingebundene externe Dienste sollten Sie trotzdem regelmäßig prüfen.
Kann ich von WordPress zu Webflow wechseln und zurück?
Beides ist möglich, aber jeweils ein Umzug. Inhalte lassen sich übertragen, das Design wird im neuen System neu umgesetzt. Alte Adressen brauchen 301-Weiterleitungen, damit Rankings erhalten bleiben.
Kann ich eine Webflow-Website selbst hosten?
Nur eingeschränkt. Mit einem kostenpflichtigen Workspace-Plan lässt sich der Code exportieren. Das CMS und die Formulare funktionieren danach aber nicht mehr, und Änderungen müssen Sie jedes Mal neu exportieren. Für den normalen Betrieb nutzen Sie das Hosting von Webflow.






