Eine Homepage zu erstellen ist technisch kein Hexenwerk mehr. Schwierig wird es an anderer Stelle: bei der Frage, was auf die Seite gehört, wie sie aufgebaut sein soll und was vor dem Livegang alles geprüft werden muss. Diese Anleitung führt Sie in zehn Schritten von der Idee bis zur fertigen Website. Sie funktioniert für jeden Weg, ob Sie mit einem Baukasten arbeiten, WordPress selbst einrichten oder einen Profi beauftragen.
Was Sie vor dem Start brauchen
Umgangssprachlich meint „Homepage“ meist die ganze Website. Genau genommen ist die Homepage nur die Startseite. Den Unterschied erklärt der Artikel Homepage, Website, Webseite. In dieser Anleitung ist Ihr kompletter Internetauftritt gemeint.
Für die Erstellung jeder Website brauchen Sie vier Dinge:
- Eine Domain: die Adresse, unter der Ihre Seite erreichbar ist.
- Hosting: Speicherplatz auf einem Server, der Ihre Seite ausliefert.
- Ein System: einen Baukasten oder ein Content-Management-System, mit dem Sie Seiten gestalten und pflegen.
- Inhalte: Texte, Bilder und gegebenenfalls Videos, die Ihr Angebot erklären.
Welcher Weg grundsätzlich zu Ihnen passt, klärt der Artikel Website selbst erstellen. Was Baukästen im Detail können, steht unter Website-Baukasten oder Agentur.
Die zehn Schritte im Überblick
- Ziel und Zielgruppe festlegen
- Domain wählen und sichern
- Das passende System auswählen
- Struktur und Seiten planen
- Texte, Bilder und Videos erstellen
- Design gestalten
- Für Google vorbereiten
- Impressum und Datenschutz klären
- Gründlich testen
- Veröffentlichen und pflegen
Schritt 1: Ziel und Zielgruppe festlegen
Bevor Sie an Farben oder Vorlagen denken, klären Sie, wofür die Website da ist. Diese Fragen helfen:
- Was sollen Besucher auf der Seite tun: anrufen, ein Formular ausfüllen, einen Termin buchen, Produkte kaufen oder sich bewerben?
- Wer sind Ihre wichtigsten Kunden, und welche Fragen haben sie, bevor sie Sie kontaktieren?
- Was unterscheidet Sie von Mitbewerbern in Ihrer Region oder Branche?
- Welche Funktionen brauchen Sie wirklich, etwa Terminbuchung, Shop oder Stellenanzeigen?
- Woran merken Sie in einem Jahr, dass sich die Website gelohnt hat?
Schreiben Sie die Antworten auf. Sie sind die Grundlage für alle weiteren Entscheidungen und zugleich ein gutes Briefing, falls Sie später Unterstützung holen.
Schritt 2: Domain wählen und sichern
Die Domain ist Ihre Adresse im Netz und sollte lange halten. Gute Domains sind kurz, leicht zu merken und am Telefon eindeutig zu buchstabieren. Für Unternehmen in Deutschland liegt die Endung .de nahe. Prüfen Sie bei einem Anbieter Ihrer Wahl, ob die Wunschadresse frei ist.
- Firmenname oder eine Kombination aus Name und Leistung
- Keine Schreibweisen, die man leicht verwechselt
- Sie selbst als Inhaber eingetragen, nicht Ihr Dienstleister
- Passende E-Mail-Adressen mit der eigenen Domain eingeplant
Bei vielen Baukästen ist eine Domain inklusive, oft nur im ersten Jahr. Ob ein Name Marken- oder Namensrechte anderer berührt, klären Sie im Zweifel mit einer Anwältin oder einem Anwalt.
Schritt 3: Das passende System auswählen
Das System bestimmt, wie Sie Ihre Website gestalten und später pflegen. Die gängigen Optionen im Vergleich:
| System | Geeignet für | Vorkenntnisse | Hosting und Technik |
|---|---|---|---|
| Homepage-Baukasten | Einfache Websites, schneller Start | Keine | Im Tarif inklusive, vom Anbieter betreut |
| WordPress | Wachsende Websites mit vielen Inhalten | Technische Grundkenntnisse | Eigenes Hosting, Updates in Ihrer Verantwortung |
| Webflow | Gestaltungsstarke Websites mit eigenem Content-Management | Einarbeitung ins Werkzeug nötig | Hosting über Webflow mit monatlichem Tarif |
| Profi mit WordPress oder Webflow | Unternehmenswebsites, die Kunden gewinnen sollen | Keine, Einweisung zur Pflege | Nach Absprache, oft mit Wartungsvertrag |
Mehr zu Webflow lesen Sie im Artikel Was ist Webflow?, den direkten Vergleich unter Webflow oder WordPress.
Schritt 4: Struktur und Seiten planen
Planen Sie die Seiten Ihrer Website, bevor Sie etwas bauen. Eine einfache Liste oder Skizze, die sogenannte Sitemap, reicht. Für die meisten Unternehmen sind diese Seiten sinnvoll:
- Startseite: Was Sie anbieten, für wen und wie man Sie erreicht, in wenigen Sekunden erfassbar.
- Leistungs- oder Produktseiten: am besten eine Seite je Leistung, damit jede für ihren Suchbegriff gefunden werden kann.
- Über uns: Menschen, Werte und Geschichte. Hier entscheiden viele Nutzer, ob sie Ihnen vertrauen.
- Referenzen: Projekte oder Kundenstimmen, die zeigen, was Sie können.
- Kontakt: Telefon, E-Mail, Adresse und ein kurzes Formular.
- Impressum und Datenschutz: von jeder Seite aus erreichbar, meist im Fußbereich.
Halten Sie die Hauptnavigation schlank und benennen Sie Menüpunkte so, wie Ihre Kunden suchen. Für sehr überschaubare Angebote kann auch ein Onepager passen. Wollen Sie Produkte verkaufen, planen Sie zusätzlich Kategorien, Produktseiten, Warenkorb und Kasse ein.
Was auf die Startseite gehört
Die Startseite ist für viele Besucher der erste Kontakt. Sie muss nicht alles erklären, aber schnell Orientierung geben:
- Eine Überschrift, die sagt, was Sie anbieten und für wen
- Ein gut sichtbarer nächster Schritt, etwa „Termin anfragen“ oder die Telefonnummer
- Ihre wichtigsten Leistungen mit Links auf die jeweiligen Seiten
- Vertrauenssignale wie Referenzen, Kundenstimmen oder Fotos vom Team
- Ihr Einsatzgebiet, wenn Sie regional arbeiten
- Kontaktdaten und Öffnungszeiten, auch im Fußbereich
Schritt 5: Texte, Bilder und Videos erstellen
Inhalte sind der aufwendigste Teil jeder Website. Beginnen Sie damit früh, am besten vor dem Design. So passt die Gestaltung später zu Ihren Inhalten und nicht umgekehrt.
Texte
- Schreiben Sie für Ihre Kunden, nicht über sich: Welches Problem lösen Sie, und was bekommt der Kunde?
- Pro Seite ein Thema, eine klare Überschrift und kurze Absätze.
- Konkrete Angaben statt Floskeln: Einsatzgebiet, Ablauf, Antworten auf typische Fragen.
- Am Ende jeder Seite ein klarer nächster Schritt, etwa Anruf oder Anfrage.
Mehr Tipps finden Sie im Artikel Website-Texte schreiben. KI-Werkzeuge können beim ersten Entwurf helfen, ersetzen aber nicht Ihre Fakten, wie der Artikel Website mit KI erstellen zeigt.
Bilder und Videos
Eigene Fotos von Team, Räumen und Arbeit wirken glaubwürdiger als Stockfotos. Achten Sie bei gekauften oder generierten Bildern auf die Lizenzbedingungen. Technisch wichtig: Laden Sie Bilder in passender Größe hoch, nutzen Sie moderne Formate wie WebP und vergeben Sie für jedes aussagekräftige Bild einen Alternativtext. Wie das geht, erklärt der Artikel zum Alt-Text. Längere Videos binden Sie meist besser über eine Videoplattform ein, statt sie direkt hochzuladen. Notieren Sie sich dabei, welche externen Dienste Sie einbinden, denn diese Liste brauchen Sie in Schritt 8.
Schritt 6: Design gestalten
Im Baukasten wählen Sie eine Vorlage, bei WordPress ein Theme, beim Profi entsteht ein eigenes Design. Unabhängig vom Weg gelten diese Grundregeln:
- Mobil zuerst: Gestalten und prüfen Sie jede Seite zuerst auf dem Smartphone. Wie sich Layouts an Bildschirme anpassen, erklärt der Artikel zu Responsive Webdesign.
- Wenige Farben und Schriften: Ihre Markenfarben, eine gut lesbare Schrift und ausreichend Kontrast. Gibt es noch kein einheitliches Erscheinungsbild, lohnt ein Blick auf unser Angebot für Corporate Design.
- Klare Hierarchie: eine Hauptüberschrift pro Seite, deutliche Zwischenüberschriften, gut sichtbare Buttons.
- Weniger Effekte: Slider, Animationen und automatisch startende Videos lenken ab und verlangsamen die Seite.
Wer seine Seite so gestalten will, dass auch Menschen mit Einschränkungen sie gut nutzen können, orientiert sich an den Kriterien der WCAG.
Schritt 7: Für Google vorbereiten
Damit Kunden Sie finden, braucht jede Seite ein paar Grundlagen. Die meisten Systeme haben dafür eigene Felder, teils werden Angaben automatisch erzeugt. Prüfen Sie sie trotzdem einzeln.
- Aussagekräftiger Seitentitel mit dem wichtigsten Suchbegriff
- Eine Beschreibung, die zum Klicken einlädt
- Eine Hauptüberschrift pro Seite und logisch gegliederte Zwischenüberschriften
- Sprechende Adressen, die den Inhalt der Seite erkennen lassen
- Interne Links zwischen passenden Seiten
- Schnelle Ladezeit, besonders auf dem Smartphone
- Website in der Google Search Console angemeldet, Sitemap eingereicht
- Für lokale Betriebe: ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil
Vertiefungen finden Sie in den Artikeln zu Local SEO, zur Website-Ladezeit und, falls Sie WordPress nutzen, zu WordPress SEO.
Schritt 8: Impressum und Datenschutz klären
Hinweis: keine Rechtsberatung
Welche Angaben Impressum und Datenschutzerklärung Ihrer Website brauchen, hängt von Ihrem Unternehmen und den eingesetzten Diensten ab. Lassen Sie das von einer Anwältin oder einem Anwalt, Ihrem Datenschutzbeauftragten, Ihrer IHK oder Kammer klären, oder nutzen Sie einen Rechtstexte-Dienst. Einige Baukästen bieten solche Dienste als Zusatz an.
Technisch können Sie selbst einiges vorbereiten:
- Impressum und Datenschutzerklärung als eigene Seiten anlegen und von jeder Seite aus verlinken, üblicherweise im Fußbereich.
- Eine Liste aller eingebundenen Dienste führen, etwa Karten, Videos, Schriften, Statistik, Formulare oder Chat. Diese Liste braucht, wer Ihre Rechtstexte erstellt.
- Wenn Sie ein Consent-Tool einsetzen, prüfen, ob externe Dienste tatsächlich erst nach der Auswahl der Besucher geladen werden.
- Formulare nur mit den Feldern ausstatten, die Sie wirklich brauchen.
Schritt 9: Gründlich testen
Bevor die Seite online geht, sollte jemand sie vollständig durchklicken, am besten nicht nur Sie selbst. Diese Punkte gehören auf die Liste:
- Alle Seiten auf Smartphone, Tablet und Desktop geprüft
- Darstellung in den gängigen Browsern kontrolliert
- Jedes Formular mit einer echten Test-Anfrage ausprobiert
- Alle Links und Buttons funktionieren, keine Platzhaltertexte mehr
- Telefonnummer und E-Mail-Adresse auf dem Smartphone anklickbar
- Rechtschreibung von einer zweiten Person gelesen
- Ladezeit gemessen, zum Beispiel mit PageSpeed Insights
- Bedienung nur mit der Tastatur ausprobiert
- Seitentitel und Beschreibungen vollständig
Schritt 10: Veröffentlichen und pflegen
Im Baukasten veröffentlichen Sie die Website per Klick, bei WordPress verbinden Sie die Domain mit dem Hosting. Danach geht es so weiter:
Domain und HTTPS prüfen
Die Seite muss unter Ihrer Domain mit verschlüsselter Verbindung erreichbar sein, mit und ohne www.
Weiterleitungen einrichten
Ersetzt die neue Website eine alte, leiten Sie die alten Adressen per 301-Weiterleitung auf die neuen Seiten um.
Bei Google anmelden und verlinken
Melden Sie die Website in der Google Search Console an, reichen Sie die Sitemap ein und verlinken Sie die Seite in Ihrem Unternehmensprofil und Ihren Social-Media-Profilen.
Pflege einplanen
Legen Sie feste Termine fest, an denen Sie Inhalte prüfen und ergänzen. Bei WordPress kommen regelmäßige Updates und Backups dazu. Wer das nicht selbst übernehmen will, vereinbart eine WordPress-Wartung.
Wie lange dauert es, eine Homepage zu erstellen?
Das hängt weniger von der Technik ab als von den Inhalten. Mit einem Baukasten und KI-Unterstützung steht ein erster Entwurf laut mehreren Anbietern in wenigen Minuten. Bis alle Texte geschrieben, Fotos ausgewählt, Rechtstexte geklärt und die Seiten getestet sind, vergeht deutlich mehr Zeit. Planen Sie realistisch und setzen Sie sich einen festen Termin für den Livegang. Wenn Sie einen Profi beauftragen, erhalten Sie den Zeitplan in der Regel zusammen mit dem Angebot.
Häufige Fehler beim Erstellen einer Homepage
- Mit dem Design anfangen: Wer zuerst über Farben entscheidet, merkt später, dass die Inhalte nicht in die Vorlage passen.
- Zu viel auf einer Seite: Jede wichtige Leistung verdient eine eigene Seite mit eigener Überschrift.
- Kein klarer nächster Schritt: Besucher wissen nicht, ob sie anrufen, schreiben oder buchen sollen.
- Riesige Bilddateien: Unkomprimierte Fotos machen die Seite auf dem Smartphone langsam.
- Domain auf fremdem Namen: Ist der Dienstleister als Inhaber eingetragen, wird jeder Wechsel kompliziert.
- Nach dem Livegang vergessen: Veraltete Angebote und Öffnungszeiten kosten Vertrauen.
Unterstützung beim Erstellen
Lieber eine professionelle Website vom Team?
Wenn Ihre Homepage Kunden gewinnen soll und Ihnen die Zeit fehlt, übernehmen wir Konzept, Texte, Design und Technik. Nach dem kostenlosen Erstgespräch erhalten Sie innerhalb von drei Werktagen ein Festpreisangebot. Mehr dazu unter Website erstellen lassen. Haben Sie Ihre Seite selbst gebaut, zeigt Ihnen unser kostenloser Website-Check, wo Sie noch nachbessern sollten.
Häufige Fragen
Kann ich eine Homepage kostenlos erstellen?
Ja, viele Baukästen haben einen kostenlosen Tarif. Die Seite läuft dann unter einer Subdomain des Anbieters und zeigt dessen Werbehinweis, die Funktionen sind eingeschränkt. Für eine eigene Domain und einen professionellen Auftritt brauchen Sie einen bezahlten Tarif oder eigenes Hosting.
Was brauche ich, um eine Homepage zu erstellen?
Eine Domain, Hosting, ein System wie einen Baukasten oder WordPress und vor allem Inhalte: Texte, Bilder und klare Informationen zu Ihrem Angebot. Bei Baukästen sind Domain und Hosting meist im Tarif enthalten.
Brauche ich Programmierkenntnisse?
Nein. Baukästen und WordPress lassen sich ohne Programmierkenntnisse bedienen. Für ein individuelles Design, besondere Funktionen oder Schnittstellen brauchen Sie aber entweder technisches Wissen oder einen Profi.
Wie werde ich mit meiner Homepage bei Google gefunden?
Mit guten Inhalten, die die Fragen Ihrer Kunden beantworten, mit sauberen Seitentiteln und Beschreibungen, einer klaren Struktur und schnellen Ladezeiten. Melden Sie die Seite in der Google Search Console an. Für lokale Betriebe ist ein gepflegtes Google-Unternehmensprofil besonders wichtig.
Was kostet es, eine Homepage zu erstellen?
Das hängt vom Weg und vom Umfang ab: Beim Baukasten zahlen Sie einen Monatstarif, bei WordPress Hosting und Lizenzen, beim Profi einen Projektpreis plus laufende Kosten. Alle Faktoren erklärt der Ratgeber Was kostet eine Website?.






